Diesel Gate: Verdacht auf neue Abgasmanipulation bei Daimler

16. Apr. 2019 I Autor: Hagen Greifenthal I 329 mal gelesen
Diesel Gate: Verdacht auf neue Abgasmanipulation bei Daimler
Über 55.000 Modelle des SUV GLK könnten von einem neuen Rückruf betroffen sein

Der "Spiegel" titelt gar vom Betrug nach dem Betrug. Hintergrund der Berichterstattung ist ein weiteres formelles Anhörungsverfahren, welches das Kraftfahrtbundesamt (KBA) gegen Daimler eingeleitet hat. Bereits zu Beginn des vergangenen Jahres war das KBA auf fünf illegale Abschalteinrichtungen in der Software vieler Daimler-Dieselmotoren aufmerksam geworden. Über 750.000 Fahrzeuge sollten weltweit in die Werkstätten zurückgerufen werden, um diese Betrügereien mit einem Softwareupdate zu beseitigen. Das KBA steht derzeit ebenfalls in der Kritik, Autokonzerne zu schützen und unzureichend zu verfolgen.

Ausgerechnet die KBA-Experten entlarven diesmal Daimler-Ingenieure

Die KBA-Experten untersuchten die von Daimler überarbeitete Software erneut eingehend, indem Sie einen Abgleich der ursprünglichen und neuen Software vornahmen. Das Softwareupdate musste wegen fünf Manipulationen geändert werden. Bei der Überprüfung des Programmiercodes fanden die Fachleute - wie erwartet - zunächst fünf Änderungen. Die KBA-Experten wurden aber misstrauisch, als sie herausfanden, das der Programmiercode noch an einer weiteren Stelle geändert wurde. Wollten die Ingenieure von Daimler heimlich eine weitere Manipulation beseitigen? Dieser Verdacht scheint sich jetzt zu bestätigen.



Das KBA hat Daimler in einem Schreiben vom 4. April 2019, das dem Spiegel-Magazin vorliegt, mitgeteilt, das Daimler wohl "unzulässige Abschaltungen im Emissionskontrollsystem vorgenommen" hat. Daimler hat nun Gelegenheit zu den erhobenen Vorwürfen Stellung zu beziehen aber "nach Einschätzungen von Insidern, sieht die Sache ziemlich eindeutig aus.", so "Spiegel Online". Aufgefallen war dies an einem GLK 220 mit der Schadstoffnorm Euro 5. Bei rund 55.000 GLK-Modellen droht jetzt ein amtlicher Rückruf.

Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt bereits seit über einem Jahr

In dem besagten Schreiben wird ausführlich beschrieben, welchen Trick die Ingenieure angewandt haben, um die gesetzlichen Grenzwerte einzuhalten. Im Motorentyp OM 651 wurde eine "Kühlmittel-Solltemperatur-Regelung" eingebaut. Diese bewirkt, das bei der Prüfung im Labor, die für Typzulassung notwendig ist, eine niedrigere Kühltemperatur und eine andere Abgasreinigungsstrategie angewendet wird. Daraus resultiert, das das Fahrzeug die Stickoxid-Grenzwerte auf dem Prüfstand einhält, auf der Strasse aber nicht. Nach Informationen des "SPIEGEL", gehen die Behörden von weiteren Modellen aus, die diese entdeckte Manipulation aufweisen.



Vor über einem Jahr hat die Staatsanwaltschaft Stuttgart bereits die Ermittlungen im Dieselskandal gegen Daimler aufgenommen. Dieser neue Vorgang dürfte für die Ermittler von grösstem Interesse sein und für Daimler könnte neuer Ärger ins Haus stehen. Nachdem bei Daimler die ersten Manipulationen aufgefallen waren, musste der Konzern versichern, das keine weiteren Tricksereien im Abgasreinigungssystem versteckt sind. Diese sechste Abschalteinrichtung hätte von Daimler also gemeldet werden müssen. Offensichtlich entschloss man sich in Stuttgart aber, diese lieber heimlich zu beseitigen.

Geschädigte sollen nicht an Hersteller-Servicemassnahmen teilnehmen

"Die jüngsten Urteile und der Hinweisbeschluss der Bundesgerichtshof (Aktenzeichen VIII ZR 225/17) stärken die Rechte der Geschädigten enorm," sagt Rechtsanwalt Dr. Stoll, dessen Kanzlei bereits über 10.000 Klagen für Geschädigte im Abgasskandal eingereicht hat und auch an der Musterfeststellungsklage gegen Volkswagen beteiligt ist. ""Der Fall VW zeigt deutlich, das die Autokonzerne zunächst versuchen, ihre Manipulationen durch Software-Updates zu lösen. Dies lösen aber nicht die Probleme der geschädigten Kunden."

"Wir raten dringend davon ab ein Software-Update im Rahmen der Servicemassnahmen durchführen zu lassen. Die Folgen für das Fahrzeug sind nicht abzusehen. In Sachen VW haben wir unzählige Berichte von unseren Mandanten erhalten, die über Probleme nach den Updates berichten. Erhöhter Verbrauch, weniger Leistung und "ruckeln" sind die drei meist beschriebenen Probleme. Wir raten unbedingt dazu, Klage einzureichen."

Quelle: hs/dr. stoll/ots | Fotos: Daimler, OTS, Archiv



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